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107: Nino Conti: Zwischen Familienbetrieb, Strandbad und Zukunftsplänen am Attersee

vor 11 Minuten
4 Min. Lesezeit

Ein schöner Sommertag am Attersee kann sehr unterschiedlich aussehen. Für die einen beginnt er mit einem Sprung ins Wasser. Für Nino Conti vielleicht mit Bestellungen, organisatorischen Aufgaben und einer Reparatur im Hotel. Danach wartet das Strandbad-Buffet. In dieser Folge von „ned zwida – der Salzkammergut Podcast“ besuchen Robert Steiner und Peter Zeitlhofer den jungen Hotelier in Seewalchen. Das Gespräch führt vom Familienalltag über die Arbeit im Sommer bis zu einer Zukunft, für die Nino viele Ideen hat. Und zu der Frage, warum man sich an einem der schönsten Plätze am See manchmal Regen wünscht.


Zwei Betriebe, zwei Arten von Gastfreundschaft

Im Hotel nimmt sich Nino gerne Zeit für ein Gespräch. Er bekommt Rückmeldungen, lernt Menschen kennen und erlebt, wie aus wiederkehrenden Gästen vertraute Gesichter werden. Bei manchen weiß die Familie längst, welches Zimmer sie mögen und was sie am ersten Abend essen.

Im Strandbad bestimmt ein anderer Rhythmus den Tag: bestellen, Essen abholen, weiter zum Badeplatz. Dazu kommt die Abhängigkeit vom Wetter. Bleiben die Gäste wegen Regen aus, laufen die Kosten trotzdem weiter. Scheint die Sonne über lange Zeit, fehlt irgendwann die Gelegenheit zum Durchatmen.

Nino erzählt von einer wirtschaftlich guten und zugleich besonders anstrengenden Saison. Als er über seine Regentänze spricht, bedankt er sich ausdrücklich bei seinem Team. Die Mitarbeiter haben diesen Sommer mitgetragen. Im Gespräch kündigt er auch an, dass es seine letzte Saison im Strandbad-Buffet ist.


Nino Conti und die Lehre beim eigenen Vater

Nino ist mit der Gastronomie aufgewachsen. Schon als Kind hat er seinem Vater beim Schnitzelklopfen geholfen. Später besucht er die Tourismusschule in Bad Ischl, merkt aber, dass dieser Weg für ihn nicht passt. Er entscheidet sich für eine Lehre beim Vater. Dass es dort anspruchsvoll werden würde, ist für ihn ein Grund dafür: Er will ordentlich lernen. Heute arbeiten die beiden weiter zusammen. In der Küche gibt es unterschiedliche Vorstellungen, aber auch einen regen Austausch. Nino bringt eigene Ideen ein, der Vater seine Erfahrung. Und manches besprechen sie beim Golfspielen.


Seine Mutter behält die Finanzen im Blick. Wie viel sie zum Betrieb beiträgt, macht Nino im Gespräch deutlich. Zwar sei er auf dem Papier bereits der Chef, doch im Alltag seien alle drei Ansprechpartner für die Mitarbeiter.



Ein offenes Ohr gehört zur Arbeit

Wie motiviert man ein Team durch einen langen Sommer? Ninos Antwort führt zu den Menschen im Betrieb. Wer ein Problem hat, soll kommen können – auch dann, wenn es um etwas Privates geht. Gemeinsam nach einer Lösung zu suchen, gehört für ihn dazu. Ebenso wichtig ist ihm, jede Aufgabe wertzuschätzen. Das Trinkgeld wird geteilt, auch mit den Mitarbeiterinnen im Housekeeping.

Dieses Verständnis zieht sich durch seine Erzählungen. Er kennt die Vorlieben seiner Stammgäste und möchte zugleich wissen, wie es den Menschen geht, die mit ihm arbeiten.


Zusammenhelfen am Attersee

Auch zwischen den Betrieben zählt für Nino der persönliche Kontakt. Wenn etwas ausgeht, hilft ein anderer Wirt aus. Braucht jemand ein Fass Bier, kann er sich bei ihm melden. Gäste empfiehlt er ebenso an andere Lokale weiter. Dass dort etwas los ist, freut ihn. Aus seiner Sicht brauchen die Betriebe einander, um den Ort und die Region zu beleben. Gerade in diesen konkreten Beispielen wird seine Haltung greifbar. Zusammenarbeit beginnt mit einem Anruf, einer Empfehlung oder einer kleinen Hilfe im laufenden Betrieb.

Ideen für eine noch offene Zukunft

Beim Blick nach vorne wird das Gespräch ernster. Die langfristige Perspektive für das gepachtete Haus ist offen. Das macht Investitionen und persönliche Planung schwierig. Nino denkt trotzdem weiter. Er würde das Haus gerne gemeinsam mit seiner Schwester weiterführen und Angebote für Wellness, Fitness und möglicherweise Physiotherapie verbinden. Es sind Wünsche und Überlegungen, keine beschlossenen Projekte.


Physiotherapie interessiert ihn auch als möglicher Ausbildungsweg. Die Verbindung von Bewegung, Gesundheit und der Arbeit mit Menschen spricht ihn an. Dass er dafür wieder lernen müsste, sieht er inzwischen anders als zu seiner Schulzeit: Interesse könnte vieles verändern.


Ein schöner Platz, an den man zurückkommt

Nino wünscht sich mehr touristische Entwicklung am Attersee. Gleichzeitig beschäftigt ihn, wie diese mit dem Alltag der Einheimischen und dem Schutz der Natur zusammenpassen kann. Seen und Berge sind für ihn ein wesentlicher Teil dessen, was die Region ausmacht. Was er selbst als Gastgeber erreichen möchte, beschreibt er am Ende ganz einfach: Die Menschen sollen mit einem Grinsen hinausgehen und gerne wiederkommen.


Das passt zu diesem Gespräch. Es erzählt von viel Arbeit, familiärem Rückhalt und offenen Fragen – und von einem Menschen, der an diesem Platz hängt.


Das ganze Gespräch mit Nino Conti gibt es bei „ned zwida – der Salzkammergut Podcast“.


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