Folge 69 - Sebastian Wallner, der Lebzelter aus St. Wolfgang in 17. Generation
- Peter Zeitlhofer
- vor 12 Minuten
- 2 Min. Lesezeit
Es gibt Häuser, die sind mehr als eine Adresse. Die Lebzelterei und Konditorei Wallner in St. Wolfgang am Wolfgangsee ist so ein Ort. Seit 505 Jahren wird hier gebacken, gerührt, gegossen und erzählt – mitten im historischen Zentrum eines Wallfahrtsortes, der Menschen aus ganz Europa angezogen hat. Und immer noch anzieht. Wallfahrer haben hier Kerzen gekauft, Lebkuchen als Stärkung mitgenommen und Geschichten hinterlassen. Und irgendwo in dieser langen Linie tauchen auch große Namen auf – bis hin zur Mutter von Wolfgang Amadeus Mozart, die mit der Familie Wallner verwandt gewesen sein soll.

Heute steht Sebastian Wallner als Juniorchef an der Spitze dieses Hauses. Er führt die Lebzelterei in 17. Generation – eine Zahl, die man zweimal aussprechen muss, um zu begreifen, was sie bedeutet. Sebastian ist mitten in dieser Geschichte aufgewachsen: zwischen Backstube und Café, zwischen Pilgertradition und Wolfgangsee-Romantik, zwischen Bienenwachsduft und Kaffeemaschine. Und gleichzeitig ist er ein junger Unternehmer, der sich mit Fragen herumschlägt, die viele kleine und mittelständische Betriebe heute kennen: Fachkräfte, Saisonalität, Digitalisierung, Preisdruck.
In der neuen Folge von „ned zwida – der Salzkammergut Podcast“ sprechen wir mit Sebastian darüber, wie sich so viel Tradition anfühlt. Ist sie Last, Verantwortung oder vor allem Antrieb? Wie bewahrt man Rezepte, Rituale und Handwerkstechniken, ohne im Museum zu landen? Und wie erklärt man einer Generation, die gewohnt ist, alles jederzeit online bestellen zu können, warum echter Lebkuchen Zeit braucht – und warum das gut so ist?
Natürlich geht es auch um das Handwerk selbst: um Lebkuchen, die nach Honig und Gewürzen duften; um Kerzen aus Bienenwachs, die an die Wallfahrtsgeschichte erinnern; und um Mehlspeisen, die im renovierten Café Wallner serviert werden. Sebastian erzählt von der Übergabe von seinen Eltern, von Momenten, in denen der Druck spürbar wird – und von Augenblicken, in denen ihm ein einziger zufriedener Biss in einen Lebkuchen alles zurückgibt.
Wer verstehen möchte, wie ein Familienbetrieb mit über 505-jähriger Geschichte in einer schnellen, digitalen Welt seinen Platz behauptet, sollte in diese Folge reinhören. Es ist ein Gespräch über Herkunft, Verantwortung und Zukunft – und darüber, wie man ein Haus mit Seele in die nächsten Jahrzehnte führt.
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