Folge 76 - Fritz Drack, der Geschäftsführer der Kasberg-Bergbahnen im Kampf ums Überleben des Skigebiets.
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Es gibt Skigebiete, die sind Destinationen. Und es gibt Skigebiete, die sind Teil einer Region – so wie der Kasberg. Für viele im Almtal und darüber hinaus ist er der Ort, an dem man Skifahren gelernt hat, der schnelle Winterausflug „vor der Haustür“, der Treffpunkt für Familien, Vereine, Schulklassen. Ein Berg, der nicht nur Pisten hat, sondern Erinnerungen.

Genau deshalb ist die aktuelle Diskussion so aufgeladen. Denn diesmal geht’s nicht um eine schlechte Saison oder ein paar warme Wochen. Es geht um die Grundsatzfrage: Hat der Skibetrieb am Kasberg eine Zukunft – oder nicht?Und vor allem: Wer trifft diese Entscheidung – und wann?
In der neuen Folge von „ned zwida“ sprechen Peter Zeitlhofer und Robert Steiner mit Fritz Drack, Geschäftsführer der Almtal-Bergbahnen. Das Gespräch ist genau so, wie ihr es von uns kennt: regional verwurzelt, kritisch aber fair – und mit dem Anspruch, Dinge verständlich zu machen, die sonst in Schlagzeilen und Gerüchten untergehen.
Die harte Wahrheit: Ohne Investitionen keine Planung
Ein moderner Skibetrieb braucht vor allem eines: Planbarkeit. Und Planbarkeit heißt in Zeiten, in denen Naturschnee nicht mehr verlässlich ist: Beschneiung. Fritz Drack spricht im Podcast von einem klaren ersten Schritt: einer Vollbeschneiung, die in den nächsten zwei Jahren umgesetzt werden müsste – Kostenpunkt: 11 bis 15 Millionen Euro. Dazu kommen weitere große Themen wie Revisionen bzw. mögliche Erneuerungen zentraler Anlagen. In einem Zehnjahres-Horizont steht eine Größenordnung von rund 33 Millionen Euro im Raum. Und ja: Langfristig fällt auch die Zahl „bis zu 70 Millionen“ – allerdings als Gesamtsumme über einen deutlich längeren Zeitraum, inklusive möglicher weiterer Verbesserungen.
Was diese Zahlen im Gespräch so brisant macht, ist nicht die Summe allein. Es ist das, was daraus folgt: Wenn niemand entscheidet, wird jede Saison zur Zitterpartie. Und Zitterpartien sind das Gegenteil von Investitionslogik.
„Schnee in deiner Nähe“ – warum der Kasberg für Oberösterreich mehr ist als ein Lift
Ein Punkt, der im Gespräch besonders hängen bleibt: Der Kasberg ist für den Zentralraum Oberösterreich ein „nahes“ Skigebiet – und Nähe ist im Alltag entscheidend. Schikurse, Schul-Schitage, Nachwuchs: Das funktioniert nur, wenn man nicht stundenlang anreisen muss. Im Podcast wird genau dieser Aspekt stark gemacht: Kleine Skigebiete sind oft der Einstieg, damit Kinder überhaupt Skifahren lernen – und damit der Wintersport nicht schleichend aus dem Alltag verschwindet.
Damit sind wir bei der regionalen Dimension: Am Kasberg hängen nicht nur Ticketverkäufe, sondern eine Kette an Wertschöpfung. Gastronomie, Beherbergung, Handwerk, Nahversorgung – im Podcast fällt sinngemäß der Satz: Wenn es weitergeht, ist das auch eine Absicherung dessen, was im Tal dranhängt.
Sommerbetrieb: möglich, aber sensibel
Ein Klassiker in solchen Debatten ist die Frage nach dem Ganzjahresbetrieb. Auch hier bleibt das Gespräch differenziert: Sommer am Kasberg gibt es – etwa durch Infrastruktur und Wandermöglichkeiten. Gleichzeitig ist klar: Manches ist sensibel, gerade wenn es um Nutzungsformen wie Mountainbiken geht, bei denen es unterschiedliche Interessen rund um Grundeigentümer, Forst und Jagd geben kann. Die Pointe: Ein Ganzjahreskonzept kann helfen – aber es ist nicht einfach ein Knopfdruck. Es braucht Akzeptanz, Regeln, Respekt – und realistische Ziele.
Der entscheidende Punkt: Politik muss Ja oder Nein sagen
Und damit sind wir beim Takeaway dieser Episode: Ein „Vielleicht“ ist die teuerste Option.Denn ein Schwebezustand frisst Zeit, zerstört Planung und macht am Ende genau das unmöglich, was viele gleichzeitig verlangen: eine saubere, verantwortungsvolle Lösung.
Wenn die Politik sagt: Ja, es geht weiter, dann braucht es eine zukunftssichere Entscheidung samt Struktur, Zuständigkeiten und Investitionsplan. Und wenn die Politik sagt: Nein, der Skibetrieb hat keine Zukunft, dann muss auch das klar ausgesprochen werden – inklusive eines Plans, wie Region, Betriebe und Menschen abgefedert werden.
Diese Folge ist kein PR-Gespräch. Sie ist ein Realitätscheck – und eine Einladung zur Diskussion: Was ist uns der Kasberg wert? Und wie trifft man Entscheidungen, die eine Region über Jahre prägen?
💬 Und jetzt du: Ja investieren – oder Nein und ehrlich abschließen?
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