Folge 94 - Für 90 Minuten um die Welt: David Haslauer bei der Fußball-WM
- 29. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Wie weit würdest du für dein Team reisen? David Haslauer musste darüber nicht lange nachdenken. Als klar war, dass Österreich nach 28 Jahren wieder bei einer Fußball-Weltmeisterschaft dabei ist, war für den Goiserer schnell klar: Diese Chance kommt vielleicht nie wieder. Gemeinsam mit seinem Vater und seinem besten Freund Michi flog er von Bad Goisern nach San Francisco, um den WM-Auftakt gegen Jordanien live mitzuerleben. Für drei Goiserer wurde aus einem Fußballspiel eine Reise, die man nicht so schnell vergisst.

Österreich bei der Fußball-WM 2026: Drei Goiserer in San Francisco
Die Geschichte beginnt beim Eisschießen. Dort trifft David auf Fritz Grampelhuber, den Goiserer Steegwirt und Koch der österreichischen Nationalmannschaft. David erzählt ihm, wie gerne er Österreich bei der Weltmeisterschaft sehen würde – doch im regulären Ticketprozess hatte er kein Glück.
Fritz Grampelhuber lässt seine Kontakte spielen. Kurz darauf ist klar: David, sein Vater und sein bester Freund Michi fliegen tatsächlich nach San Francisco.
Für Davids Vater, der heuer seinen 70. Geburtstag feiert, ist es keine lange Überlegung. Als David ihn fragt, ob er mit zur Weltmeisterschaft fliegt, sagt er sofort Ja. Elf Stunden Flug? Egal. Weltmeisterschaft? Einmalig.
Und genau das macht diese Reise so besonders: Es geht nicht nur um Fußball. Es geht um gemeinsame Zeit, um eine Vater-Sohn-Geschichte und um einen Moment, den drei Freunde aus Bad Goisern vermutlich noch Jahrzehnte lang erzählen werden.
65.000 Menschen, Gänsehaut, ein Dosenbier um 23 Euro - und David Haslauer mittendrin!
San Francisco empfängt die drei Goiserer nicht mit Hitze, sondern mit Wind und Pulloverpflicht. Dafür wartet eine Stadt, die für David voller erster Male steckt: Cable Cars, autonome Taxis ohne Fahrer, die Golden Gate Bridge, Chinatown und eine Glückskeksfabrik.
Der eigentliche Höhepunkt folgt aber am Spieltag. Schon auf dem Weg zum Stadion spüren David und seine Begleiter: Sie sind nicht allein. Im Flugzeug, in Restaurants, in Fanlokalen und beim Fanmarsch treffen sie auf Österreicherinnen und Österreicher, die aus allen Teilen des Landes angereist sind. Plötzlich ist man tausende Kilometer von daheim entfernt – und steht dennoch mitten in einer rot-weiß-roten Gemeinschaft.
Das Stadion mit seinen 65.000 Menschen, die österreichische Bundeshymne, die Handylichter in der Halbzeit und die Stimmung auf den Rängen: David beschreibt die Reise als echten Gänsehautmoment. Der lange Flug, der Jetlag und die kurze Aufenthaltszeit? In diesem Augenblick völlig egal.
Nicht ganz egal sind allerdings die Preise. Ein Dosenbier um 23 Euro sorgt bei den Goiserern für einen kleinen Kulturschock. David spricht in der Folge aber nicht nur über teure Getränke, sondern auch über eine größere Frage: Wem gehört eine Weltmeisterschaft eigentlich? Und wie kann man verhindern, dass jene Fans ausgeschlossen werden, die für die besondere Atmosphäre sorgen?
Fußball verbindet – selbst auf der anderen Seite der Welt
Besonders beeindruckt hat David die Stimmung zwischen österreichischen und jordanischen Fans. Kein Gegeneinander, keine Aggression, sondern Handschläge, Gratulationen und ein respektvolles Miteinander.
Für ihn liegt genau darin die große Kraft des Fußballs: Menschen, die sich sonst nie begegnet wären, stehen nebeneinander, fiebern mit und erleben für 90 Minuten ein gemeinsames Wir.
Das österreichische Nationalteam löst derzeit genau diese Euphorie aus. David spricht über die Authentizität der Mannschaft, den Zusammenhalt und auch über seine persönliche Verbindung zu Marko Arnautović. Während seiner schweren Krankheitsphase hatte Arnautović sich Zeit für einen langen Videoanruf mit ihm genommen – ein Erlebnis, das David bis heute nicht vergessen hat.
Zurück am Hallstätter See
Während David von San Francisco erzählt, sitzen wir auf einer Fuhr der Seeraunzn mitten am Hallstätter See. Hinter uns Hallstatt, rundherum Sommer, Wasser und die Ruhe des Salzkammerguts.
Nach der großen weiten Welt ist David wieder dort, wo er sich zu Hause fühlt. Seine erste kulinarische Station nach der Rückkehr? Eine Essigwurst.
Und es gibt noch eine persönliche Nachricht: David wird im September heiraten. Klein, am See und ganz in seinem Stil. Standesamtlich, mit wenigen Menschen und anschließend mit einer größeren Fuhr hinaus aufs Wasser.
Von Bad Goisern nach San Francisco und wieder zurück an den Hallstätter See: David Haslauer zeigt einmal mehr, dass große Geschichten oft genau dort beginnen, wo jemand sagt: „Das machen wir jetzt einfach.“
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